Lukratives Angebot für junge Studenten

Da wird der ein oder andere Medizinstudent in Marburg, Gießen oder Heidelberg in den nächsten Tagen erstaunt schauen, wenn ihm an der Uni ein Flyer des Vogelsbergkreises in die Hand fällt: „Küss mich, ich bin ein verzaubertes Stipendium“, ist darauf zu lesen. Darunter ist ein grüner Frosch zu sehen. Der Flyer soll neugierig machen auf ein Angebot des Vogelsbergkreises.

Mit Plakaten und Flyern wirbt die Fachstelle Gesundheitliche Versorgung des Vogelsbergkreises an sechs deutschen Universitäten. Das teilten Carina Diezemann, Erster Kreisbeigeordneter Jens Mischak, Sarah Schimmer und Rüdiger Rau (von links) mit. Foto: Galle-Schäfer

 „Wir werben um Allgemeinmediziner“, sagt Erster Kreisbeigeordneter Dr. Jens Mischak, „Wir wollen die hausärztliche Versorgung auf dem Land auch in Zukunft gewährleisten.“ Mit 400 Euro im Monat wird der Stipendiat unterstützt, der im Gegenzug später als Landarzt in der Region arbeiten soll. Zwei angehende Mediziner haben sich bereits für diesen Weg entschieden: Eine Frau aus Romrod und ein Mann aus Schlitz sind die ersten beiden Stipendiaten des Kreises.

Das Stipendium war im vergangenen Jahr zum ersten Mal angeboten worden. Nach dem erfolgreichen Start lobt der Vogelsbergkreis auch in diesem Jahr ein Stipendium für vier Medizinstudenten aus, die an einer hausärztlichen Tätigkeit interessiert sind. Anmeldeschluss ist der 31. Oktober.

Deshalb werden jetzt Flyer und Plakate an den Universitäten in Marburg, Gießen, Würzburg, Göttingen und Heidelberg verteilt. Gerade zur Marburger Uni gibt es ein enges Verhältnis. Der Kreis ist eine Kooperation mit dem Lehrstuhl für Allgemeinmedizin, Präventive und Rehabilitative Medizin und dem Kompetenzzentrum Weiterbildung Allgemeinmedizin Hessen/Standort Marburg eingegangen.

Für die Vergabe eines Stipendiums ist zunächst der erfolgreiche Abschluss des ersten Abschnittes der ärztlichen Prüfung notwendig. Außerdem müssen sich die Studenten dazu verpflichten, die Facharztweiterbildung Allgemeinmedizin im Vogelsbergkreis zu absolvieren und sich im Anschluss drei Jahre als Hausarzt im Kreisgebiet niederzulassen. Alternativ kann auch eine Facharztweiterbildung „Öffentliches Gesundheitswesen“ absolviert werden und eine dreijährige Tätigkeit im Gesundheitsamt des Kreises folgen.

Dann erhalten die Studenten ab dem fünften Semester monatlich 400 Euro. Ein Gremium wählt die Stipendiaten aus. Weitere Infos zum Bewerbungsverfahren gibt es bei der Fachstelle Gesundheitliche Versorgung (E-Mail: fachstelle.gesundheit@vogelsbergkreis.de). Dort können Studenten auch ihre Anträge stellen. „Wir freuen uns, junge Studenten in dieser Form zu unterstützen“, sagt Mischak. Und wenn die „fertigen“ Ärzte dann später im Vogelsberg praktizieren, „dann kommt das allen zugute“.

lauterbacher Anzeiger (red)