Gemeindeschwester 2.0 – Koordination, Hilfe, Unterstützung und Beratung für Menschen im Alter

Seit Oktober 2018 gibt es im Vogelsbergkreis eine Gemeindeschwester 2.0, die durch Mittel des Vogelsbergkreises und Fördermittel des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration gefördert wird. Sie soll ältere Menschen sowohl bei der sozialen Teilhabe als auch bei einer selbstständigen Lebensführung unterstützen. Als aufsuchendes Hilfsangebot (präventiver Hausbesuch) sollen insbesondere psycho-soziale Krisen und andere gesundheitliche Problemlagen frühzeitig erkannt und gegengesteuert werden.

Gemeindeschwester 2.0

Die Gemeindeschwester 2.0 soll die Klienten sowohl bei der sozialen Teilhabe als auch bei einer selbstständigen Lebensführung unterstützen. Als aufsuchendes Hilfsangebot (präventiver Hausbesuch) sollen insbesondere psycho-soziale Krisen und andere gesundheitliche Problemlagen frühzeitig erkannt und gegengesteuert werden. Durch das gezielte Einsteuern der Klienten in bestehende Hilfs- und Unterstützungsangebote der Region sollen Fehlinanspruchnahmen des Sozial- und Gesundheitssystems verhindert werden und Akteure des Versorgungssystems entlastet werden. Idealerweise können stationäre Aufenthalte (Krankenhaus, Pflegeheim) vermieden oder wenigstens verzögert werden.  Ein weiterer Zusatznutzen ist, dass fehlende Hilfs- und Unterstützungsangebote identifiziert und neue Angebote initiiert werden.

Zur Zielgruppe gehören Seniorinnen und Senioren, die in der Regel älter als 65 Jahre sind und einen hohen Bedarf an Unterstützungsleistungen haben, der von anderen Leistungserbringern im Sozial- und Gesundheitswesen, z. B. durch Hausärzte, Pflegestützpunkt, Sozial-psychiatrischer Dienst, nicht vollständig gedeckt werden können. Außerdem sollen Klienten erreicht werden, die bisher noch nicht in das Versorgungssystem in Anspruch genommen haben. Die Gemeindeschwester 2.0 koordiniert diese Hilfen Sozialgesetzbuch-übergreifend.

Die Gemeindeschwester 2.0 kümmert sich vor allem um Menschen in psycho-sozialen Problemlagen auch ohne Pflegedarf. Seien diese Problemlagen nun akut oder dauerhaft:

  • Klienten, deren soziales Netzwerk brüchig geworden ist und die von Einsamkeit und sozialer Isolation bedroht sind.
  • Klienten, die belastende Lebensereignisse zu verkraften haben, z. B. den Tod des/der Lebenspartner/in.
  • Klienten, aufgrund von Immobilität oder anderen Belastungen ihre eigene Häuslichkeit nicht (mehr) verlassen können und daher nur wenig soziale Kontakte haben.
  • Klienten ohne diagnostizierte Erkrankung oder Pflegebedarf, aber mit Unterstützungsbedarf bei der Bewältigung ihres Alltags.
  • Klienten, die nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus oder nach Beendigung ihrer Rehabilitation Hilfe und Unterstützung benötigen.

Dieses Angebot gilt auch für Angehörige, die ihren Lebenspartner oder einen Elternteil pflegen – und Hilfe und Unterstützung suchen.

Die Gemeindeschwester nimmt wesentlich Case Management wahr. In einem präventiven Hausbesuch werden durch Anwendung von etablierten Assessment-Instrumenten und Begutachtungen der Wohnverhältnisse psycho-soziale, soziale, pflegerische und medizinische Hilfe- und Unterstützungsbedarfe ermittelt. Zusammen mit dem Klienten und ggf. weiteren Unterstützern, z. B. Angehörigen, werden Ziele und entsprechende Hilfs- und Unterstützungsmaßnahmen geplant und in einem schriftlichen Hilfs- und Unterstützungsplan festgehalten. Zu dem Betreuungsprozess gehört die Koordination, Planung und Überprüfung dieser Maßnahmen. Die Gemeindeschwester 2.0 erbringt selbst keine pflegerischen oder medizinischen Leistungen. Sie kommuniziert mit Hausärzten, Kliniken, ambulanten Pflegediensten, dem Pflegestützpunkt, Beratungsstellen, der Seniorenbeauftragten, Wohlfahrtsträgern, kirchlichen Einrichtungen oder ehrenamtlichen Engagierten. Durch strukturierte Berichterstattung oder elektronische Dokumentation informiert die Gemeindeschwester 2.0 die entsprechenden Berufsgruppen, die am Versorgungsprozess der Klienten beteiligt sind. Neben dieser Betreuung und Beratung auf der Einzelfallebene ist der Auf- und Ausbau eines Versorgungsnetzes eine weitere wesentliche Aufgabe der Gemeindeschwester. Die Gemeindeschwester 2.0 agiert als Koordinatorin der an der sozialen, gesundheitlichen oder pflegerischen Versorgung beteiligten Akteure.

Flyer zum Download